Hilfe für Selbständige in der Coronakrise…

Überbrückungshilfe Phase 2 für die Fördermonate September bis Dezember 2020 

Im Folgenden erläutern wir Ihnen die wesentlichen Eckpunkte der Überbrückungshilfe Phase 2 (Fördermonate September bis Dezember 2020).

Bitte lesen Sie alles aufmerksam durch und geben Ihrem Steuerberater Bescheid, sofern Sie eine Überprüfung der Antragsvoraussetzungen von ihm wünschen.

Für die Antragstellung sind folgende Punkte zu beachten:

Reichen Sie Ihre Buchhaltungsunterlagen für die Monate September bis Dezember möglichst frühzeitig bei Ihrem Steuerberater ein. Bitte stellen Sie sicher, dass alle relevanten Belege dabei sind und keine Belege fehlen. Für die noch nicht abgeschlossenen Monate benötigen wir eine Schätzung der anfallenden Kosten.

1. Welchen Zeitraum deckt die neue Überbrückungshilfe II ab?

Während die erste Phase der Überbrückungshilfe (Überbrückungshilfe I) den Förderzeitraum Juni bis August 2020 abdeckte, betrifft die zweite Phase der Überbrückungshilfe (Überbrückungshilfe II) den Förderzeitraum September bis Dezember 2020.

2. Wer kann die Überbrückungshilfe II beantragen?

Antragsberechtigt sind grundsätzlich alle Unternehmen unabhängig von dem Wirtschaftsbereich, in dem sie tätig sind (einschließlich gemeinnütziger Unternehmen) sowie Soloselbständige und selbständige Angehörige der Freien Berufe im Haupterwerb.

Voraussetzung ist, dass sie ihre Tätigkeit von einer inländischen Betriebsstätte oder einem inländischen Sitz der Geschäftsführung aus ausführen und bei einem deutschen Finanzamt angemeldet sind. Außerdem dürfen sie sich nicht bereits am 31. Dezember 2019 gemäß EU-Definition in Schwierigkeiten befunden haben.

Schließlich müssen sie einen Umsatzrückgang zu verzeichnen haben:

·Dieser muss in zwei zusammenhängenden Monaten im Zeitraum April bis August 2020 um mindestens 50 % gegenüber den jeweiligen Vorjahresmonaten betragen, oder

  • ihr durchschnittlicher Umsatz im gesamten Zeitraum April bis August 2020 muss um mindestens 30% gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurückgegangen sein.

Unternehmen, die aufgrund der starken saisonalen Schwankung ihres Geschäfts, im Zeitraum April bis August 2019 zusammen weniger als 15 % des Jahresumsatzes 2019 erzielt haben, können von der beschriebenen Bedingung des Umsatzrückgangs freigestellt werden.

3. Welche betrieblichen Fixkosten sind förderfähig?

Die Überbrückungshilfe II kann für die folgenden fortlaufenden, im Förderzeitraum anfallenden vertraglich vor dem 1. September 2020 begründeten oder behördlich festgesetzten und nicht einseitig veränderbaren betrieblichen Fixkosten beantragt werden:

  • Mieten und Pachten für Gebäude, Grundstücke und Räumlichkeiten, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit des Unternehmens stehen,
  • Weitere Mietkosten, insbesondere für Fahrzeuge und Maschinen,
  • Zinsaufwendungen für Kredite und Darlehen,
  • Finanzierungskostenanteil von Leasingraten,
  • Ausgaben für notwendige Instandhaltung, Wartung oder Einlagerung von Anlagevermögen und gemieteten Vermögensgegenständen, einschließlich der IT,
  • Ausgaben für Elektrizität, Wasser, Heizung, aber auch Reinigung und Hygienemaßnahmen,

·         Grundsteuern

  • Betriebliche Lizenzgebühren
  • Versicherungen, Abonnements und andere feste betriebliche Ausgaben,
  • Kosten für Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder Rechtsanwälte, die im Rahmen der Beantragung der Corona-Überbrückungshilfe II anfallen,
  • Personalaufwendungen im Förderzeitraum, die nicht von Kurzarbeitergeld erfasst sind,

·         Kosten für Auszubildende … 

Es gibt keine Begünstigung der privaten Lebenshaltungskosten und keinen kalkulatorischen Unternehmerlohn.

4. Wie hoch ist die Förderung bei der Überbrückungshilfe II?

Die Überbrückungshilfe II kann für maximal vier Monate (September, Oktober, November und Dezember 2020) beantragt werden. Die maximale Höhe der Überbrückungshilfe beträgt 50.000 Euro pro Monat.

Die Förderhöhe bemisst sich nach den erwarteten Umsatzeinbrüchen der genannten Fördermonate im Verhältnis zu den jeweiligen Vergleichsmonaten im Vorjahr. Bei Unternehmen, die zwischen dem 1.

September 2019 und 31. Oktober 2019 gegründet worden sind, sind die Monate November 2019 bis Februar 2020 zum Vergleich heranzuziehen.

Erstattet wird einen Anteil in Höhe von

  • 90 % der Fixkosten bei mehr als 70 % Umsatzrückgang
  • 60 % der Fixkosten bei Umsatzrückgang zwischen 50 % und 70 %,
  • 40 % der Fixkosten bei Umsatzrückgang zwischen 30 % und unter 50 %.

5. Vorgehensweise

Das Antragsverfahren selbst ist zweistufig ausgestaltet:

  • Stufe 1: Glaubhaftmachung der Antragsvoraussetzungen, der Umsatzrückgänge und der erstattungsfähigen Fixkosten,
  • Stufe 2: Nach Programmende findet eine Schlussabrechnung anhand der tatsächlichen Zahlen

6. Welche Fristen und Zuständigkeiten sind bei der Überbrückungshilfe II zu beachten?

Eine Antragstellung ist bis spätestens zum 31. Dezember 2020 möglich. Die Überbrückungshilfe II kann höchstens für die Monate September bis Dezember 2020 beantragt werden.

7. Verifizierung der Fixkosten und Umsatzeinbrüche im Rahmen des Abschlusses 

Im Rahmen der Abschlusserstellung werden die tatsächlich entstandenen Umsätze und Fixkosten gemeldet werden. Sollte sich aus der Schlussabrechnung ergeben, dass eine überhöhte Überbrückungshilfe ausgezahlt wurde, hat eine Rückzahlung zu erfolgen. Sollte sich hingegen ergeben, dass die bisher ausgezahlte Überbrückungshilfe zu gering ist, sind auch Erstattungen möglich.

29.10.2020 HT Rothermel